Diskussionsveranstaltung mit Betroffenen des Nazi-Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstraße
- am: Sonntag, 8. März 2015 - 13:00 Uhrbis: Sonntag, 8. März 2015 - 13:00 Uhr
- www.keupstrasse-ist-ueberall.de
- SeminarKult 41
Sonntag, 08. März 2015, 14:00 Uhr, Kult 41, Hochstadenring 41, Bonn:
Keupstraße ist überall - Solidarität mit den Betroffenen des Nazi-Nagelbombenanschlags in Köln
Info- und Diskussionsveranstaltung mit ZeitzeugInnen der Initiative „Keupstraße ist überall“
Am Nachmittag des 9. Juni 2004 explodierte in der stark belebten Keupstraße in Köln eine Nagelbombe. Sie sollte ein Blutbad in der hauptsächlich von Menschen aus der Türkei bewohnten Straße anrichten. Nur durch Zufall starb niemand, aber mehr als 22 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Ermittlungen hatten kaum begonnen, da stellten Polizei und Innenminister fest: es gibt keinen „ausländerfeindlichen Hintergrund“, die Täter sind unter den MigrantInnen zu suchen und damit wurden Nazis von vornherein ausgeschlossen. Über mehrere Jahre hinweg wurden die Opfer zu TäterInnen gemacht und repressiv verfolgt.
Im November 2011 wurde klar, dass auch dieser Anschlag von den Nazis des sog. Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) begangen worden war, ebenso wie der Sprengstoffanschlag in der Probsteigasse in Köln und die Morde an neun Männern türkischer und griechischer Herkunft. Jahrelang konnte der NSU ungehindert als Todesschwadron durchs Land ziehen. Verfassungsschutz und Polizei verhindern noch heute, dass das gesamte Netz und die Taten der Nazis aufgeklärt werden. Die Empörung in den Medien war zuerst groß, die praktische Unterstützung für die Betroffenen aber gering.
Vor diesem Hintergrund hat sich die Initiative „Keupstraße ist überall“ gegründet, um in Vorbereitung auf die Verhandlungstage zur Keupstraße im NSU-Prozess in München offensiv zu werden. Über ein Jahr lang hat sie darauf vorbereitet, die Betroffenen des rassistischen Nagelbombenanschlages bei ihren ZeugInnenaussagen im NSU-Prozess vor dem OLG München solidarisch zu begleiten. Ab dem 20.01.2015 war es dann soweit. Neben der Begleitung und praktischen Unterstützung unmittelbar im ZeugInnenraum oder in den Tagen vorher/nachher, hat sie bundesweit zu einem Aktionstag und einer Demonstration vor dem Gerichtsgebäude mobilisiert, um die Betroffenen rassistischer Gewalt zu stärken und der Betroffenenperspektive eine mediale Plattform zu bieten.
Eintritt frei !
Veranstaltet vom Verein zur Förderung politischer Bildung & Kultur e.V., der Antifa Bonn/Rhein-Sieg und dem Arbeitskreis für studentische Kultur & Politik, gefördert vom Kulturreferat des AStA der Uni Bonn.
Mehr Infos auch auf www.keupstrasse-ist-ueberall.de
Keupstraße ist überall - Solidarität mit den Betroffenen des Nazi-Nagelbombenanschlags in Köln
Info- und Diskussionsveranstaltung mit ZeitzeugInnen der Initiative „Keupstraße ist überall“
Am Nachmittag des 9. Juni 2004 explodierte in der stark belebten Keupstraße in Köln eine Nagelbombe. Sie sollte ein Blutbad in der hauptsächlich von Menschen aus der Türkei bewohnten Straße anrichten. Nur durch Zufall starb niemand, aber mehr als 22 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Ermittlungen hatten kaum begonnen, da stellten Polizei und Innenminister fest: es gibt keinen „ausländerfeindlichen Hintergrund“, die Täter sind unter den MigrantInnen zu suchen und damit wurden Nazis von vornherein ausgeschlossen. Über mehrere Jahre hinweg wurden die Opfer zu TäterInnen gemacht und repressiv verfolgt.
Im November 2011 wurde klar, dass auch dieser Anschlag von den Nazis des sog. Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) begangen worden war, ebenso wie der Sprengstoffanschlag in der Probsteigasse in Köln und die Morde an neun Männern türkischer und griechischer Herkunft. Jahrelang konnte der NSU ungehindert als Todesschwadron durchs Land ziehen. Verfassungsschutz und Polizei verhindern noch heute, dass das gesamte Netz und die Taten der Nazis aufgeklärt werden. Die Empörung in den Medien war zuerst groß, die praktische Unterstützung für die Betroffenen aber gering.
Vor diesem Hintergrund hat sich die Initiative „Keupstraße ist überall“ gegründet, um in Vorbereitung auf die Verhandlungstage zur Keupstraße im NSU-Prozess in München offensiv zu werden. Über ein Jahr lang hat sie darauf vorbereitet, die Betroffenen des rassistischen Nagelbombenanschlages bei ihren ZeugInnenaussagen im NSU-Prozess vor dem OLG München solidarisch zu begleiten. Ab dem 20.01.2015 war es dann soweit. Neben der Begleitung und praktischen Unterstützung unmittelbar im ZeugInnenraum oder in den Tagen vorher/nachher, hat sie bundesweit zu einem Aktionstag und einer Demonstration vor dem Gerichtsgebäude mobilisiert, um die Betroffenen rassistischer Gewalt zu stärken und der Betroffenenperspektive eine mediale Plattform zu bieten.
Eintritt frei !
Veranstaltet vom Verein zur Förderung politischer Bildung & Kultur e.V., der Antifa Bonn/Rhein-Sieg und dem Arbeitskreis für studentische Kultur & Politik, gefördert vom Kulturreferat des AStA der Uni Bonn.
Mehr Infos auch auf www.keupstrasse-ist-ueberall.de